Haltung und Leitbild
Systemische Arbeit beginnt mit der eigenen Haltung. Sie ist die Grundlage für professionelles Handeln in komplexen Arbeitsfeldern.
Grundhaltung
Systemisch denken und handeln
Systemische Grundhaltung
Menschen werden im Kontext ihrer Beziehungen und Lebenswelten verstanden. Nicht das Individuum allein, sondern das Zusammenspiel von Beziehungen, Strukturen und Bedeutungen steht im Mittelpunkt.
Ressourcenorientierung
Wir gehen davon aus, dass Menschen über Kompetenzen und Ressourcen verfügen – auch in schwierigen Lebenssituationen. Diese zu erkennen und zu stärken, ist ein zentraler Bestandteil professionellen Handelns.
Haltung des Nicht-Wissens
Eine neugierige, offene Grundhaltung, die vorschnelle Bewertungen vermeidet und den Perspektiven der Beteiligten Raum gibt. Nicht-Wissen ist keine Schwäche, sondern professionelle Kompetenz.
Selbstreflexion
Die eigene Person, die eigenen Vorannahmen und die eigenen Wirkungen im professionellen Kontext kritisch zu reflektieren, ist ein zentraler Bestandteil jeder Weiterbildung.
Traumasensibilität
Traumasensible Perspektive
Viele Menschen, mit denen Fachkräfte arbeiten, haben belastende oder traumatisierende Erfahrungen gemacht. Eine traumasensible Perspektive bedeutet, diese Erfahrungen zu berücksichtigen, ohne sie in den Vordergrund zu stellen. Es geht darum, Sicherheit zu schaffen, Retraumatisierung zu vermeiden und Stabilisierung zu ermöglichen.
Neue Autorität
Präsenz und Beziehung
Die Konzepte der Neuen Autorität nach Haim Omer bieten eine Grundlage für den Umgang mit Konflikten, Eskalation und herausforderndem Verhalten. Im Mittelpunkt stehen Präsenz, Beharrlichkeit und die Stärkung von Beziehungsnetzwerken – als Alternative zu Kontrolle und Sanktion.
Lernverständnis
Lernen als reflexiver Prozess
Weiterbildung verstehen wir nicht als bloße Wissensvermittlung, sondern als einen Prozess, in dem Fachkräfte ihre Handlungsfähigkeit erweitern, ihre Haltung schärfen und ihre professionelle Identität weiterentwickeln. Lernen geschieht in der Auseinandersetzung mit realen Fragestellungen, in der Reflexion eigener Erfahrungen und im Dialog mit anderen.
